Weinbau im Südburgenland

Die Ursprünge des Weinbaues im südlichen Burgenland reichen bis in die Römerzeit zurück. Heute erstreckt sich unsere Weinlandschaft von Rechnitz im Norden über den Csater- und Eisenberg, entlang der Pinkataler Weinstraße, über Moschendorf und Heiligenbrunn bis weit in die südlichsten Teile des Jennersdorfer Bezirkes.

Die Rebfläche beträgt insgesamt etwa 500 Hektar. Die authentischen Rotweine, speziell der Blaufränkisch, sind von einer besonderen mineralischen Würze geprägt. Die klimatischen (pannonisches Klima) und geografischen Besonderheiten (süd- und südöstliche Hanglagen) erlauben aber auch das Keltern spritzig fruchtiger Weißweine sowie die regionale Spezialität – den Uhudler.

Besuchen Sie unsere Vinotheken und finden selbst heraus, welche önologischen Köstlichkeiten das Südburgenland zu bieten hat!

> Ortsvinothek Eisenberg
> Ortsvinothek Bildein
> Gebietsvinothek Moschendorf

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Heiligenbrunn

Die Großgemeinde Heiligenbrunn mit ihren fünf Ortsteilen liegt im südöstlichen Teil des Südburgenlandes. Bis 1920/21 war Szentkút – so der ungarische Ortsname – ein Teil Deutsch-Westungarns und stand unter ungarischer Verwaltung. Amtssprache war Ungarisch, obwohl das Gebiet zu einem überwiegenden Teil von deutschsprechender Bevölkerung besiedelt war.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Deutsch-Westungarn nach zähen Verhandlungen in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Seit 1921 gehört der Ort zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. Luising – ein Ortsteil der heutigen Großgemeinde Heiligenbrunn – wurde erst am 10. Jänner 1923 durch eine Alliierte Grenzkommission der Republik Österreich zugeordnet und durch österreichische Truppen besetzt.

Kellerviertel Heiligenbrunn

Das Kellerviertel Heiligenbrunn erstreckt sich unter anderem auf den Rieden Stifterberg, Zeinerberg, Kirchhöh und Zeinergraben. Insgesamt besteht das Kellerviertel aus etwa 150 Presshäusern und Kellerstöckeln und bildet somit ein einzigartiges Ensemble. Die meisten von ihnen sind Holzblockbauten und stehen auf gestampftem Lehmboden. Sie sind mit Lehm-Strohhäcksel Gemisch verputzt und mit Kalkmilch geweißt.

Ihre Form und Größe, sowie die Bauart der Kellerstöckl ergeben sich aus den wirtschaftlichen Gegebenheiten und deren Anforderungen. So waren oftmals ein kleiner Lagerraum, eine Stube, darin konnte man bei Bedarf auch übernachten, und ein Pressraum zu einem lang gestreckten Gebäude zusammengefasst. Die Keller sind mit gezapften und verriegelten Eichentüren ausgestattet und teils mit Schnitzereien und Jahresbezeichnungen versehen.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden diese Keller aus grob behauenen Holzblöcken gezimmert. Sie sind fensterlos, ihr Verputz besteht aus geweißeltem Lehmwurf. Die Gredn`(hofseitiger Gang unter dem Dachvorsprung) ist mit gestampftem Lehm befestigt, bedeckt wird das Kellerstöckl durch ein Vollwallmdach aus Roggenstroh.

Ab dem 19. Jahrhundert werden die Keller oftmals unterkellert, dabei wird das Gebäude in Hanglage errichtet, wodurch die straßenseitige Ansicht des Kellerstöckls zweigeschossig erscheint. Das Strohdach war anfänglich auch bei diesen Gebäuden vorhanden. Später werden auch Satteldächer in Ziegeldeckung errichtet. Die Frontansicht wird von zwei Fenstern mit Fensterläden (der sog. Schaluhn) durchbrochen und weist gelegentlich einfache Putzgliederungen mit Initialen oder Jahreszahlen auf. Später errichtete Bauten tragen deutliche Zeichen einer Modernisierung – wie etwa vergrößerte Fenster, oftmals werden auch modernes Baumaterial (Eternit-Verschalung) verwendet.

Beim Rundgang durch die historische Kellergasse entsteht der Eindruck, die Zeit sei in den Kellergassen von Heiligenbrunn stehen geblieben. Viele der Keller stehen hier genauso, wie sie vor rund 250 Jahren erbaut wurden. Heiligenbrunn ist jedoch nicht als Museum konzipiert – die Keller befinden sich im Privatbesitz und werden von ihren Besitzern, (viele von ihnen kommen aus den Ortsteilen Heiligenbrunn, Hagensdorf und Luising), auch zum Teil noch bewirtschaftet.

1969 wurde das Kellerviertel von Heiligenbrunn zum Burgenländischen Landschaftsschutzgebiet erklärt und ist somit ein Stück gelebte Vergangenheit.